Pressemitteilung
1/2006, WM im Fallschirmspringen
5.8.2006 bis 10.8.2006 in Gera
Im Februar 2004 wurde durch die IPC (International Parachute Comittee) erstmalig
seit 1975 wieder eine Weltmeisterschaft im Fallschirmspringen nach Deutschland
vergeben. In den Disziplinen Freifallformationsspringen (Achterformationsspringen,
Viererformationsspringen offene Klasse und Viererformationsspringen Frauen)
und in den Artistikdisziplinen (Freefly, Freestyle Frauen, Freestyle Männer,
Skysurfen Frauen und Skysurfen Männer) werden vom 6.8.2006 bis zum 10.8.2006
in Gera insgesamt acht Weltmeistertitel vergeben. Der deutsche Dachverband
(Deutscher Fallschirmsport Verband e.V.) und natürlich alle deutschen
Springer sind sehr stolz darauf, seit über 30 Jahren wieder einmal eine
solch große Veranstaltung ausrichten zu dürfen. Durch die gute
Infrastruktur, durch die Stadtnähe, die luftsportbegeisterten Umgebung,
durch die Erfahrung der Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Jahre
2000 und durch das Arrangement namhafter Unternehmen aus der Region fiel die
Wahl schnell auf Gera, der 100.000 Einwohnerstadt in Ostthüringen. Es
wird die größte fallschirmsportliche Veranstaltung, die je in Deutschland
ausgerichtet wurde. Wir erwarten über 350 Sportler aus ca. 30 Nationen.
Dazu kommen natürlich die Schiedsrichter, die Offiziellen, Betreuer,
Trainer und die vielen freiwilligen Helfer vom örtlichen Fallschirmclub
Gera 4000 e.V. und anderen deutschen Fallschirmsportvereinen und Sprungplätzen.
Wir freuen uns ebenfalls auf zahlreiche Zuschauer, die ohne Eintritt und Parkgebühren
sich die weltbesten Fallschirmsportler anschauen können. Bereits jetzt
haben namhafte Unternehmen aus der Region ihre Hilfe zugesagt. Das Courtyard
by Marriott Hotel ist das offizielle Weltmeisterschaftshotel. Hier sind die
Athleten untergebracht, werden verpflegt und informiert.
Die Stadtwerke Gera als Eigentümer des Flugplatzes stellt die Infrastruktur,
die Sparkasse Gera hilft bei der Ausstattung der Schiedsrichter und der Helfer
und die Köstritzer Schwarzbierbrauerei unterstützt als einer der
Hauptsponsoren dieses hochrangige sportliche Event ebenfalls. Die Brauerei
unterstützt die Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Ostthüringen
mit Sachleistungen und finanziellen Mitteln, um Sportlern und Sportbegeisterten
diesen Höhepunkt in der Region bieten zu können.
Die Disziplinen
Im Fallschirmsport gibt es unterschiedliche Disziplinen, vergleichbar mit
dem Skisport oder der Leichtathletik. In Gera treffen sich die Fallschirmsportler,
die den freien Fall
als ihr sportliches Betätigungsfeld gewählt haben, die Formationsspringer
(Formationskydiving) und die Freifall-Artisten (Artistic).
Formationsspringen:
Hier wird in 8er und in 4er Mannschaften gesprungen. Seit 1999 gibt es bei
den Vierermannschaften auch eine Frauenwertung.
Sowohl im Achter als auch im Vierer werden vor jedem Wettkampf aus einem Pool
von 64 Formationen zehn Wertungsrunden mit jeweils fünf bis sechs Formationen
gelost, die dann in der vorgegeben Arbeitszeit geflogen werden müssen.
Das Ganze geschieht quasi als Endlosschleife, d.h. wenn die sechs Punkte vor
Ablauf der Zeit geflogen sind, fängt die Mannschaft bei der ersten Formation
wieder an. Spitzenmannschaften fliegen im Gesamtdurchschnitt über 20
Punkte, d.h. das Programm wird über dreimal pro Runde durchgeflogen.
Die 8er Mannschaften verlassen in 4000 Meter Höhe das Flugzeug und haben
dann genau 50 Sekunden Arbeitszeit, die Vierer springen aus 3200 Meter und
haben dann 35 Sekunden Zeit. Für alle Springer ist so der Sprung bei
ca. 1300 Meter zu Ende. Das ist aus Sicherheitsgründen auch erforderlich,
denn nach dem Freifall müssen die Sportler genug Zeit haben ihren Schirm
in sicherem Abstand zueinander zu öffnen.
Die Bewertung
Die Bewertung erfolgt durch sogenannte Luft-Luft Videos. Jeder Sprung wird
von einem zur Mannschaft gehörendem Videoflyer aufgezeichnet, der den
Sprung im freien Fall begleitet und mit einer Helmkamera aufnimmt. An Hand
dieser Aufzeichnung wird der Sprung von fünf Schiedsrichtern nach genauem
Regelwerk bewertet. Entscheidend ist hier die höchste erreichte Punktzahl,
d.h. eine sogenannte B-Wertung für guten Stil gibt es beim Formationsspringen
nicht. Gewertet wird über ein animiertes Schiedssystem. Das Schiedsen
wird über Monitore öffentlich zugänglich gemacht
Die Favoriten
Das Formationsspringen ist im Spitzensport, aber auch im Breitensport die
absolut populärste Disziplin im Spitzensport. Die Spitzenmannschaften
sind reine Profimannschaften. In allen drei Wettbewerben sind die großen
Fallschirmsportnationen USA, Frankreich und Russland auch die Favoriten, wobei
sich aber gelegentlich auch kleinere Nationen wie Norwegen, Italien oder England
Medaillenhoffnungen machen. Die deutschen Mannschaften springen am Rande der
absoluten Weltklasse mit. Der deutsche Achter wurde vor zwei Jahren bei den
letzten Weltmeisterschaften in Kroatien Vierter, der Vierer wurde Fünfter
und der Frauenvierer Sechster.
Artistik
Diese neuere Disziplin im Fallschirmsport ist vergleichbar mit dem Eiskunstlaufen
oder Freestyle-Jumping beim Skifahren. Es wird unterteilt in Freefly, Freestyle
Frauen und Männer und Skysurfen Frauen und Männer. Der große
Unterschied zum Formationsspringen besteht darin, dass die Sportler Drehungen
und Bewegungen im freien Fall um all Achsen machen und das die Bewertung ähnlich
einer Kür beim Eiskunstlauf erfolgt.
Beim Freefly wird in Dreiergruppen gesprungen. Ein Sportler filmt, zwei Sportler
springen synchronisiert und bewegen sich dabei um alle Achsen. Bei Körperpositionen
wie Headdown oder Feetdown werden höhere Fallgeschwindigkeiten als beim
Formationsspringen erreicht.
Freestyle
Ähnlich dem Freefly, jedoch ist diese Disziplin eine Einzelsportart,
das Ballett im freien Fall, mit vielen Saltos und Schrauben. Dem mitfliegenden
Videoflyer kommt ihr aber große Bedeutung zu, da alle Figuren natürlich
auch für die Schiedsrichter festgehalten werden müssen. Die Disziplin
unterteilt sich in eine Frauen- und in eine Männerwertung.
Skysurfen
Die Sportler springen mit einem Board an den Füßen aus dem Flugzeug.
Drehungen und Saltos stehen im Vordergrund der Kür. Es ähnelt dem
Freestylespringen, wird aber durch das Brett spektakulärer.
Bewertung
Bei allen Artistikdisziplinen ist das Freifallvideo von entscheidender Bedeutung.
Es wird den Schiedsrichter vorgelegt und danach wird bewertet. Der Videoflyer
fließt mit seiner Leistung auch in die Bewertung ein. Ähnlich dem
Eiskunstlaufen wird nach Schwierigkeitsgrad und Ausführung bewertet.
Favoriten:
Auch in den Artistikdisziplinen sind die drei großen Nationen USA, Frankreich
und Russland als Favoriten am Start, wobei es hier auch immer wieder einige
Überraschungen gibt. So gewinnt Dänemark seit Jahren den Freestyle
Männer Wettkampf und mit dem Team Free-Flight-Paratec hat Deutschland
im Freefly auch einen heißen Medaillenanwärter am Start.
Zusammenfassung:
Es werden in den Disziplinen Formationsspringen und Artistik insgesamt acht
Weltmeistertitel vergeben. Favoriten sind überall die Profispringer aus
den USA, Frankreich und Russland, wobei sich in Teilbereichen auch andere
Nationen Medaillenhoffnungen machen.
Wir erwarten 350 Teilnehmer
aus über 30 Nationen. Die populärste Disziplin ist das Formationsspringen.
Hier erwarten wir 30 teilnehmende Nationen in den Viererwettkämpfen.
Es werden in den Tagen der WM ca. 3500 Fallschirmsprünge durchgeführt,
dazu kommen zahlreiche Trainingssprünge in der Woche vor dem eigentlichen
Wettkampf.
